Jahreshauptversammlung 2019 der BN-Kreisgruppe Augsburg

mit Schwerpunkt Umwelt- und soziale Folgen des Braunkohleabbaus. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe konnte Kreisgruppen-vorsitzender Johannes Enzler von einem weiteren Anstieg der Mitgliederzahl auf nunmehr 6628 Personen berichten.

05.04.2019

Im Berichtsjahr wurden eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt u.a. eine dreiteilige Filmserie zum Artenschutz in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariterbund. Interessante Ergebnisse brachte das gemeinsame Projekt mit dem Institut Stadt, Mobilität und Energie zu einer ökologischen Stadtentwicklung in Augsburg. Wir hoffen, dass sich einiges davon auch im Stadtentwicklungskonzept wiederfinden wird.

Erika Bißle stellte die vielfältigen Aktivitäten in der Geschäftsstelle vor und Tatjana Bodmer berichtete über die finanzielle Situation in der Kreisgruppe. 2018 wurde ein Defizit erzielt. Aufgrund der Rücklagen kann das jedoch noch gut verkraftet werden.

Eine besondere Ehrung wurde Paul Reisbacher zu teil, der 20 Jahre die Kreisgruppe Augsburg leitete. Paul wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach wie vor gehört er zu den Aktivposten sowohl im Kreisgruppenvorstand als auch bei der Ortsgruppe Stadtbergen.
Einen sehr guten Einblick in die Situation des Braunkohletagebaus im Bereich des Hamacher Forsts erhielten die Zuhörer von Ursula Plath aus Kutzenhausen. Trotz des für 2038 von der Kohlekommission vorgeschlagenen Ausstiegs aus der Energiegewinnung aus Kohle droht noch einigen Orten am Rande des Tagebaus der Abriss. Der einst 4.100 Hektar große Hambacher Forst war seit der letzten Eiszeit ein Eichen-Hainbuchenwald. Nunmehr sind gerade noch rund 500 Hektar übriggeblieben.
Der Konzern RWE hat zwar bis Herbst 2020 einen Rodungsverzicht erklärt, danach droht jedoch die Rodung des letzten Restes dieses potentiellen FFH-Gebiets, das auch das größte Tiefland-Vorkommen der Bechstein-Fledermaus in Deutschland umfasst. Der BUND Nordrhein-Westfalen hatte gegen die Rodung des Hambacher Forstes geklagt, am 12. März 2019 hat das Verwaltungsgericht Köln die Klage abgewiesen.

40 Milliarden Euro Steuergelder sollen als Kompensation für die Bundesländer NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung stehen. Privathaushalte und die Wirtschaft sollen ab 2023 mit etwa 2 Milliarden Euro jährlich von den steigenden Strompreisen entlastet werden. RWE fordert für die vorzeitige Abschaltung von Braunkohlekraftwerken eine Kompensation von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro pro Gigawatt. Bis 2022 soll laut Kohlekommission rund 3 GW Braunkohlekapazität zusätzlich abgeschaltet werden. Experten sehen allerdings das Ausstiegsdatum als viel zu spät an. Es bleibt also abzuwarten, ob das Ziel einer Aufgabe der Kohleförderung bis 2038 nicht zu spät erfolgt.