Planung einer Flutlichtanlage durch Golfclub Burgwalden

Trotz aller Meldungen zum Insektensterben und trotz des erfolgreichen Bienen-Volksbegehren kommt ein Golfclub in unserer Region auf die Idee, eine Fluchtlichtanlage auf seinem Gelände zu planen. Die Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Augsburg, der BN-Ortsgruppe Bobingen und des Naturwissenschaftlichen Verein Schwaben haben daraufhin in einem Brief die ursprünglich vereinbarte Zusammenarbeit in Naturschutzfragen aufgekündigt.

 

04.03.2020

hier der Brief an den Golfclub:

Sehr geehrter Herr Scheel,

mit großer Verwunderung haben wir erfahren, dass der Golfclub Burgwalden auf Teilen des Spielgeländes eine Flutlichtanlage errichten möchte. Wir haben als Natur- und Umweltschutzverband uns sehr für das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ im vergangenen Jahr eingesetzt. Es ist uns gelungen, dass auch die schädlichen Auswirkungen von Licht-Emissionen ihren Niederschlag im neuen Bayerischen Naturschutzgesetz gefunden haben. Das Gesetz gibt vor, dass „Eingriffe in die Insektenfauna durch künstliche Beleuchtung im Außenbereich zu vermeiden sind.“

Nächtliche Lichtquellen, insbesondere außerhalb von bebauten Ortsteilen, stellen eine Gefahr vor allem für Insekten dar. Diese werden von künstlichen Lichtquellen angelockt. Dort sterben sie durch Hitzeeinwirkung, Verhungern oder Erschöpfung oder fallen natürlichen Fressfeinden zum Opfer. Direkte Verluste entstehen beim Aufprall. Auch Verhaltensänderungen werden von Lichtquellen ausgelöst. So werden Wanderbewegungen unterbunden, die Nahrungssuche erschwert, die Bestäubungsleistung reduziert und Insekten aus ihren natürlichen Habitaten gelockt. Diese Anlockwirkung auf Insekten hat wiederum Folgen für Vögel und Fledermäuse. So sind in den vergangenen Jahren Populationen von Vogelarten, die sich vorwiegend von Insekten ernähren, besonders stark zurückgegangen. Die verringerte Nahrungsbasis beeinträchtigt auch die Fledermauspopulation in der Umgebung von Burgwalden.

Lichtverschmutzung ist zudem schädlich für den Menschen, weil es den Biorhythmus stört.

Wir sind bei unserem Treffen am 20.09.2019 davon ausgegangen, dass Sie es ernst meinen mit einer Aufwertung der Golfanlage im Hinblick auf den Artenschutz. Wenn aber nun andererseits durch die geplante Flutlichtanlage in einem noch weitgehend ökologisch intakten Umfeld dieses Ziel konterkariert wird, sehen wir keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit. Sollten Sie auf die Anlage verzichten, sind wir gerne bereit Sie dabei zu unterstützen, dem Artenschutz auf dem Golfplatz mehr Gewicht zu verleihen.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Enzler, BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg

Michael Mährlein, Naturwissenschaftlicher Verein Schwaben

Ottmar Vellinger, BUND Naturschutz, Ortsgruppe Bobingen