Stadtgrün


Martini-Park im Textilviertel

 

Im Textilviertel hat sich in den letzten Jahrzehnten viel geändert:

Die Textilindustrie ist in andere Länder abgewandert, Gewerbehallen wurden abgerissen oder umgebaut. Jetzt werden andere Produkte erzeugt und Dienstleistungsanbieter haben sich mit angesiedelt. Durch das Textilviertel wurde auch eine neue Straße gebaut und viele der vor zehn Jahren noch erhaltenen Grünflächen im Viertel wurden überbaut.

Auf dem Gelände der Firma Martini befindet sich die letzte größere Grünfläche des Textilviertels und auch ein Zeugnis für die Stadtgeschichte: ein Ensemble aus Industriekanal, Fabrikbauten, Direktorenvilla, Wohnungen für Arbeiter und Angestellte, Landschaftspark, Obstwiese. Sogar ein Gärtnereigelände mit eigenem Heizhaus für den Gemüseanbau der Direktorenfamilie.

Hier plant die Martini GmbH auf der ehemals für Gewerbe gewidmeten Fläche Wohnbebauung. An sich nichts Schlechtes. Leider verschwindet bei der Umplanung die Hälfte der Grünfläche, auch über 50 eigentlich von der Baumschutzverordnung geschützten Bäume sollen gefällt werden. Der Martinipark wird auf eine Restfläche reduziert, eingezwängt zwischen würfelförmige Punkthäuser.

Der Erhalt von Gärtnerhaus und Gewächshäusern - hier mit rotem Pfeil gekennzeichnet - ist bei der neuen Bebauung nicht vorgesehen:

Die geplanten Wohnhäuser lassen sich auch etwas kompakter planen, so dass von der Parkfläche ein nennenswertes Stück übrig bleiben würde.

Das Gärtnerhaus wurde leider schon beseitigt, ebenso wurden schon Bäume gefällt. Wir befürchten, dass bei den Bauarbeiten noch weitere Bäume beschädigt werden, die Vorschriften für den Schutz der Bäume bei Baustellen werden leider selten eingehalten.

Wir brauchen Grünflächen in der Stadt, als grüne Lunge, als Staubfilter, für zukünftige heiße Sommer und als Gemeinschaftsfläche für die Bürger!

Der BN setzt sich für innovatives, zukunftsfähiges Bauen in der Stadt ein.

zuletzt aktualisiert: 03.02.2017


Öffentlichkeitsbeteiligung der Stadt Augsburg Alibi-Veranstaltung

In der Stadtratssitzung vom 28. Juli stimmten die Stadträte unter dem TOP 24 über die Bebauung im Martini-Park ab. Mit Ausnahme der Ausschussgemeinschaft aus Freien Wählern, ÖDP, die Linken und Polit-WG haben alle Parteien dem Bebauungsplan ohne Änderungswünsche zugestimmt.

Der Baureferent ging in der Sitzung auf die Einwände des BN ein, meinte aber, dass der Planungsprozess nun schon zwei Jahre dauert und da hätte sich der BN eben früher melden müssen.  Dazu Ann Shaw, die Vorsitzende der Ortsgruppe: „Der BN hat die Einwendungen im offiziellen Beteiligungsverfahren fristgerecht eingereicht! Wenn das nicht rechtzeitig ist, dann ist die Öffentlichkeitsbeteiligung des Stadtplanungsamtes sinnlos.“
Schon im September 2014 hat der BN darauf hingewiesen, dass die Bebauung weiter vom Baumbestand wegrücken solle. Das hat die Stadtplanung nicht davon abgehalten, eine Tiefgarage im Wurzelbereich von 2 großen Bäumen als unproblematisch einzustufen. Die Firma Martini wird sich verpflichten, diese Tiefgarage „wurzelschonend“ zu verwirklichen, hieß es im Bauausschuss. Dazu Irene Kuhn „Wer glaubt nach der Fällung der Bäume in Göggingen ernsthaft, dass Bauarbeiten im Wurzelbereich kein großes Risiko für Bäume darstellen?
Wir vom Bund Naturschutz hätten uns gewünscht, dass die Befürworter des Projektes sachliche Argumente angeführt hätten. Der einstmals große Martini-Park wird als Mini-Park erhalten - und die Stadt lobt sich dafür. Eine
ehrliche Diskussion um den Wert eines historischen Ensembles mit wertvoller, innerstädtischer Grünfläche sähe anders aus.“
Die 350 Wohnungen könnten auf dem Gelände trotzdem errichtet werden, ein Vorschlag, wie diese Bebauung aussehen könnte, ist unter www.gaertnerhaus-im-park.de einsehbar.
Der Bund Naturschutz setzt sich ein für eine lebenswerte Stadt, mit Phantasie, Kreativität, Artenvielfalt, sauberer Luft, Aufenthaltsqualität und gutem sozialem Miteinander.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen Frau Irene Kuhn (0821/2290929)zur Verfügung.


Radegundis und Martini-Park

Der BN kritisiert zwei aktuelle Planungen. Es fehlt dem BN nicht am Verständnis für das Anliegen der Stadt, in Augsburg Wohnraum für Menschen zu schaffen. Nur gilt es abzuwägen, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll.

Eine Bebauung zwischen Wellenburg und Radegundis wurde in der Vergangenheit schon mehrmals abgelehnt, denn das Gebiet liegt im Außenbereich, am Ausflugsziel Wellenburg und an der Hangkante zum Naturpark „Westliche Wälder“. Jetzt soll anscheinend die Planung weiter betrieben werden und einige Bauplätze an der Radegundisstraße ausgewiesen werden. „Es sind wenige Bauplätze, die den Wohnungsmarkt in Augsburg nicht grundlegend ändern“, sagt der BN, „die aber
einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild und in die Biotopvernetzung bewirken.“

Mit der vorgesehenen Bebauung auf dem Martinigelände soll die letzte größere Grünfläche im Textilviertel halbiert werden.  Parks sind die „grünen Lungen“ der Städte, sie senken die Temperatur und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Sie sind ein Erholungsgebiet und sozialer Begegnungsraum. Nicht nur für Tierwelt und Stadtklima hat das negative Folgen, es würde mit dem Gärtnerhaus und seiner Umgebung auch ein wunderschönes Ensemble und ein Stück Industriegeschichte
verschwinden. Mit einer angepassten Bebauung können neue Wohnungen entstehen und der Park erhalten werden.

Der BN richtet daher seine Bitte an den Oberbürgermeister und die Stadträte: „Wir bitten Sie, sich im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung dafür einzusetzen, die Planungen an der Radegundisstraße nicht weiter zu verfolgen und den Flächennutzungsplan „Südlich der Nagahama-Allee“ abzuändern, so dass der große Martini-Park nicht zum Pärkchen gestutzt wird.“

zuletzt aktualisiert: 30.06.2016


Aktion zum Schutz des Martini-Parks

An alle Augsburger und Augsburg-Freunde

Wir danken allen, die sich bereits an der Aktion zum Schutz des Martini-Parks beteiligt haben.

Auch wenn inzwischen die Frist für einen rechtsgültigen Einspruch abgelaufen ist, so rufen wir euch dennoch weiterhin dazu auf, unsere Forderungen für den Martini-Park zu unterstützen und der Stadt damit zu zeigen, dass euch der Martini-Park wichtig ist!

Worum geht es (kurz zusammengefasst)? Das Gelände des Großen Martini-Parks soll neu bebaut werden. Dadurch würden große Teile der Parkanlage, welche als Naherholungsgebiet zu einer besseren Lebensqualität im Textilviertel beitragen könnte, verschwinden. Grünflächen, eine Streuobstwiese und vor allem auch Teile des wertvollen Baumbestandes sollen hierfür weichen bzw. abgeholzt werden, womit auch Lebensraum für viele Tierarten verloren ginge. Des Weiteren soll u.a. das historische Gärtnerhäuschen abgerissen werden.

Was könnt ihr tun? Damit die Stadt sieht, dass den Augsburgern und Augsburg-Freunden der Martini-Park wichtig ist und wir gegen den Bebauungsplan Nr. 461 in seiner jetzigen Form sind, könnt ihr eine Anmerkung an das Stadtplanungsamt verschicken.

Schickt hierzu bitte eine Mail mit dem Betreff: „Anmerkung zum Bebauungsplan Nr. 461“ und eure Einwände an folgende E-Mail-Adresse: stadtplanung@augsburg.de.

Was könnt ihr in die Anmerkung schreiben?

Wir wollen keine(n)/ finden …

  • massive Reduzierung der eingestuften Biotopfläche durch Überbauung
  • Fällung sehr vieler unter Schutz stehender, großer Bäume (u.a. Verlust als Sauerstoffproduzenten, Feinstaubfilter und Lebensraum für viele Tierarten)
  • Abriss des historischen Gärtnerhauses inklusive Fällung der Bäume auf der dort vorhandenen Streuobstwiese
  • Ausweitung der bereits vorhandenen früheren Baufenster
  • die Anordnung der geplanten Gebäude unangemessen, v.a. in diesem Biotopumfeld
  • die Gestaltung der Gebäude in diesem historischen Textilviertel unangemessen

Wir wünschen uns eine Bebauung, die mehr von diesem Park übrig lässt!

Je mehr mitmachen, desto mehr können wir erreichen! Der Martini-Park braucht eure Stimme!

Der BUND Naturschutz in Augsburg bedankt sich für eure Unterstützung.

Weitere Infos findet ihr hier.

zuletzt aktualisiert: 07.04.2016


Baumfällungen in Göggingen

Die Fällung wunderschöner alten Bäume war Thema in der Stadtratssitzung am 2.6.2016. Es gab viele hitzige Beiträge von Stadträten aller Fraktionen, nachdem Rainer Erben den Tatvorgang und die Vorgeschichte geschildert hat. Demnach waren die Bäume während der Bauzeit bestens geschützt. Man hat die alte Kellerwand stehen lassen, und die neue Wand dahinter gegossen, um die Wurzeln zu schützen. Erst nachdem das Gebäude fertig war, fing der Frevel an. Es waren vier verschiedene Firmen mit vier verschiedenen Aufträgen am Werk, nämlich Mastenfundament entfernen, Leitungen legen für Abwasser, Telefon und Gas. Jeder diese Firmen hat anscheinend jeweils einen anderen Baum dermaßen beschädigt (unter anderem 15cm dicke Wurzel ein Meter vom Stamm entfernt durchgeschnitten) dass sie hinterher gefällt werden mussten, und zwar am Freitag den 13. Mai, direkt vor den Pfingstferien. Fragen der Stadträte: kann das Zufall sein?

Lückenlose Aufklärung wurde gefordert, sowie Strafmaßnahmen, die die Bauherren ernst nehmen müssen. Auch Schulungen, bessere Überwachung zur Einhaltung der DIN 18920 und mehr Geld und Personal fürs Grünamt wurden verlangt, damit es nicht noch einmal passiert. Stichwort Martini Park und andere Baustellen in der Stadt!

Jetzt sind 8 Bäume mit einem maximalen Stammumfang von 45cm als Ersatzpflanzung an der gleichen Stelle vorgesehen. Bis sie die Luft reinigende Funktion der alten Bäumen ersetzen, vergehen mindestens 40 Jahre. Und für die Gögginger, die darunter seit über 100 Jahren ihr Bier getrunken haben, bleibt nur die Erinnerung.

zuletzt aktualisiert: 14.06.2016