Exkursionsbericht zum Vorkommen der Blauflügeligen Sandschrecke im Sheridanpark

Foto: Christine Kamm
Foto: Christine Kamm
Foto: Christine Kamm

Der BN OG Augsburg lud für den 14.09.18 nachmittags ein zum Besuch des Vorkommens der Blauflügeligen Sandschrecke auf dem Sheridangelände. Die Blauflügelige Sandschrecke ist leider extrem selten geworden, steht auf der Roten Liste und gilt in Bayern als stark gefährdet.

Die Ursache dafür: die Schrecke braucht extreme Lebensräume – sonnige lockere offene kiesige Flächen mit wenig Pflanzenbewuchs. Für die Eiablage benötigt sie zudem auch sehr feines Material.

In Schwaben bot der wilde Lech ein großes Refugium für diese Tierart. Als der Fluss begradigt wurde, gingen die allermeisten Kiesbänke verloren. Dieser Lebensraum der Blauflügeligen Sandschrecke, die als Zeigerart für einen intakten Naturraum gilt, ging verloren.

Nun hat sie in dem abgeschobenen Baugebiet der Sheridankaserne einen – leider nur sehr vorübergehenden - Ersatzlebensraum gefunden.

Der Einladung über die Medien waren zahlreich Interessierte gefolgt. Auch zeigten sich im Baugelände viele Exemplare der seltenen Art und ließen sich bereitwillig fotografieren, nur leider kaum, während sie ihre schönen himmelblauen Flügel bei ihren kürzeren oder auch mehrere Meter weiten Flügen zeigten. Gut angepasst sitzen sie zwischen den Steinen, überraschend und schnell fliegen sie los, so dass mir nur ein unscharfes Flugbild gelang, aus dem man aber wenigstens den Grund ihres Namens erkennen kann.

Im Anschluss diskutierte die Gruppe, wie Lebensräume für diese Art erhalten bzw. wieder hergestellt werden können, etwa in Zusammenhang mit Licca Liber, oder durch Bearbeitung von Flächen mit kiesigem Untergrund. Unklar ist, welche Lebensräume wirklich besiedelt werden, aber größere Flächen müssten es schon sein, unter einem ha geht da gar nichts, so Bernhard Uffinger.

Genaueres zu Sandschrecken findet man in der Homepage des naturwissenschaftlichen Vereins unter

https://nwv-schwaben.de/naturfotografie/artenpool/gallmin/files/Naturfotografie/Artenpool/Zoologie/Fluginsekten/Kurzfuehlerschrecken/Oedlandschrecken/Blaufluegelige_Sandschrecke/

Ein Bericht von Christine Kamm


Wie entwickelt sich der Stadtteil Bergheim am Rande des Naturparks?

Foto: Hans Frei

Probleme für Naturschutz, Landschaftspflege und Ortsrandgestaltung

Mit Recht wird bei vielen Anlässen auf die Bedeutung von Augsburgs „grünem Westen“ für Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung hingewiesen. In der Tat ist der Naturpark ein hochwertiges Potenzial in vielerlei Hinsicht, das einen schonenden Umgang verdient, dies gilt vor allem für die Flächen unter Landschaftsschutz und die weithin sichtbaren Waldränder.

Besondere Beachtung verdient dabei der Augsburger Ortsteil Bergheim. Ein Stadtteilentwicklungskonzept enthält eine inhaltsreiche Bestandsanalyse, überzeugende Vorschläge für gestalterische Verbesserungen (Ortseingänge, Ortsmitte) und klare Aussagen über mögliche Bauentwicklungen. Dabei wird eindeutig eine Erweiterung am nördlichen Ortsrand beiderseits der Straße „Zum Fuggerschloss“ (Flächen A und B) wegen ihrer ökologischen Vielfalt und Wirkung im Landschaftsbild am Übergang zum Naturpark abgelehnt. Teile des Stadtrats und vor allem die Grundstücksbesitzer befürworten mit allen Mitteln die Ausweisung als Bauland.
Der Naturschutzbeirat und die Untere Naturschutzbehörde haben sich einstimmig gegen eine Baulandausweisung und für die Erhaltung der Grünstrukturen ausgesprochen.

Prof. Dr. Hans Frei
Augsburg


Studie Siedlungsentwicklung in Augsburg

Foto: Martina Vodermayer

Wie kann sich Augsburg weiterentwickeln, ohne allzu viel neue Biotop- oder Ackerflächen dafür zu beanspruchen?

Welche Faktoren sind für die Nachfrage nach mehr Wohnungen verantwortlich und welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Dazu wurde vom Bund Naturschutz eine Studie des Instituts Stadt/Mobilität/Energie beauftragt, die am 4. Juni 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Hier geht's zur Studie und zum Anhang zur Studie

Unser Merkblatt zum Thema mit den 10 wichtigsten Forderungen:

Weitere Infos finden Sie auf der HP der Kreisgruppe: https://augsburg.bund-naturschutz.de/natur-und-artenschutz.html