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VG Gessertshausen-Kutzenhausen

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Rundbriefe der Kreisgruppe

Insektenfreundliche Pflanzen in der Landwirtschaft

Durchwachsene Silphie

Die Durchwachsene Silphie ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler; sie stammt aus den gemäßigten Regionen Nordamerikas. Die ausdauernde Kultur erreicht Wuchshöhen zwischen 1,80 bis 3,00 m. Charakteristisch ist der 4-kantige Stängel. Die gegenständigen Blätter sind an der Basis becherförmig miteinander verwachsen, so dass sich dort Tau- und Regenwasser sammeln kann. Sie ist somit sehr trockenheitsresistent. Sie blüht von Mitte Juli bis Ende September und wird gerne von Insekten ausgesucht.

Sie gilt als Alternative für den Mais für Biogasanlagen. Gegenüber dem Mais bringt sie zwar ca. 20 % weniger Methanertrag, gleicht dies jedoch durch wesentlich geringeren Aufwand aus.

Die Durchwachsene Silphie kommt bereits mit 400 mm Niederschlag aus. Während zur Anlage des Feldes deutlich höhere Ausgaben erforderlich sind als für Mais, relativieren sich diese Kosten dadurch, dass die Durchwachsene Silphie bis zu 20 Jahre auf derselben Fläche stehen kann. Die Düngung beschränkt sich auf reine Erhaltungsdüngung.

Pflanzenschutzmaßnahmen sind vor allem im Anbaujahr erforderlich zur Regulierung des Beikrautes. Ab dem 2. Standjahr ist eine Unkrautbekämpfung nicht mehr erforderlich. Spritzungen gegen Schädlinge sind nicht erforderlich, bakterielle Blattflecken verwachsen sich in der Regel wieder.

Die Ernte der silierfähigen Biomasse erfolgt ab dem 2. Aufwuchsjahr mit einem herkömmlichen Feldhäcksler.

Agrarökologische Bewertung

Als Dauerkultur wird die Durchwachsene Silphie mehrere Jahre an einem Standort genutzt, was nach der Etablierung mit Verzicht auf Bodenbearbeitung, ganzjährige Bodenbedeckung, guter Wasser- und Nährstoffausnutzung durch intensive Durchwurzelung des Bodens, Verzicht auf Herbizide ab dem 2. Anbaujahr sowie Erosionsschutz durch dichten Bewuchs und frühen Wiederaustrieb nach der Ernte verbunden ist.

Die Durchwachsene Silphie puffert den Stickstoffgehalt, so dass das Grundwasser vor zu hohem Eintrag geschützt wird.

Die Vielfalt der Bodenlebewesen nimmt zu. Die Durchwachsene Silphie bietet blütenbestäubenden Insekten Pollen und Nektar zu einer Zeit, in der das Blühangebot stark einbricht.

Weißklee

Weißklee wächst auf Weiden, Wegrändern, auf Ödflächen oder an Feldrändern und bevorzugt frische, nährstoffreiche, lehmige Böden.

Die kugeligen, köpfchenförmigen Blütenstände bestehen aus einzelnen Schmetterlingsblüten. Die Blüten produzieren reichlich Nektar und sind daher eine beliebte Bienenweide.

In der Landwirtschaft wird Weißklee als Futterpflanze angebaut. Sie reichert den Boden mit Stickstoff an.

Weißklee ist Nahrungspflanze für 4 Schmetterlingsarten (z. B. Distelfalter und Hauhechelbläuling) sowie 28 Wildbienenarten (z. B. gehörnte Mauerbiene und Hummelarten.

Saatgut „Blühende Landschaft“

Die Mischung wurde vom Netzwerk „Blühende Landschaft“ entwickelt. Sie hat zum Ziel, die Nahrungsversorgung von Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlingen u. a. nachhaltig zu verbessern. Das Nahrungsangebot erstreckt sich über die gesamt Insektensaison. Die Mischung ist für eine Standzeit von 5 Jahren konzipiert. Die Wuchshöhe ist zwischen 80 und 140 cm. Die Zusammensetzung enthält 40 % Wildblumen sowie 60 % Kulturpflanzen.

Pflege nicht unbedingt erforderlich; im Frühjahr möglich. Die Pflanzen sollten im Winter stehen bleiben als Quartier für Insekten.