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Umweltprobleme

Neubau Uniklinik Augsburg

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Rundbriefe der Kreisgruppe

Neubau Uniklinik Augsburg

Standortfrage mit weitreichenden Folgen

Klinikpark retten

Der Neubau der Uniklinik Augsburg ist für die medizinische Versorgung, Forschung und Lehre in der Region von zentraler Bedeutung. Unstrittig ist, dass die bestehenden Gebäude an ihre baulichen und funktionalen Grenzen stoßen. Umstritten ist jedoch, wo der Neubau realisiert werden soll – denn die Standortentscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf Umwelt, Verkehr, Stadtklima, Freiräume und angrenzende Kommunen.

Aus Sicht des BUND Naturschutz kam es frühzeitig zu einer Vorfestlegung auf das Baufeld „West“, die die Zerstörung des Klinikparks zur Folge hätte.  Diese Vorfestlegung erfolgte ohne ergebnisoffene Prüfung von Alternativen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Deshalb fordern wir eine transparente und ergebnisoffene Prüfung der möglichen Standorte, bevor Entscheidungen getroffen werden, deren Folgen dauerhaft und nicht mehr korrigierbar sind.




Zwei mögliche Baufelder für den Neubau

Im unmittelbaren Umfeld der bestehenden Universitätsklinik Augsburg stehen zwei Baufelder für einen Neubau zur Verfügung. Beide Standorte sind grundsätzlich geeignet und erfüllen die medizinischen, organisatorischen und technischen Anforderungen an einen modernen Klinikneubau.

Baufeld "West" (1a)

Westlich des heutigen Gebäudes auf den Flächen des Klinikparks und den angrenzenden Grün- und Ausgleichsflächen.

Baufeld "Ost" (1b)

Östlich des heutigen Gebäudes auf bereits erschlossenem Klinikgelände

Während das Baufeld „West“ den bestehenden Klinikpark vollständig in Anspruch nehmen würde und dieser damit als Grün- und Erholungsraum dauerhaft verloren ginge, betrifft das Baufeld „Ost“ überwiegend bereits vorbelastete bzw. versiegelte Flächen.

Damit stehen sich zwei Standorte mit sehr unterschiedlichen Auswirkungen auf Stadtentwicklung, Verkehr, Natur, Klima und Freiräume sowie auf benachbarte Kommunen und angrenzende Augsburger Stadtteile gegenüber. Aus Sicht des BUND Naturschutz ist es daher zwingend erforderlich, beide Baufelder gleichwertig, öffentlich und transparent anhand vergleichbarer Kriterien zu prüfen.

Medizincampus: Erheblicher Verlust von Grün- und Freiflächen

Bereits heute gehen im Umfeld der Uniklinik erhebliche Grün- und Freiflächen verloren. Durch den im Bau befindlichen Medizincampus auf dem Kobelfeld werden auf Grundlage des 2017 beschlossenen Bebauungsplans Nr. 300 rund 14 Hektar Grün- und Freiflächen in Anspruch genommen. Der Klinikpark (im Bild links im Hintergrund) wurde damals ausdrücklich als Teil eines zusammenhängenden Ausgleichs- und Freiraumkonzepts mitgedacht. Grundlage dieser Planung war die Annahme, dass das bestehende Klinikum saniert und nicht durch einen großflächigen Neubau im Klinikpark ersetzt werden sollte.

An der im Bild gezeigten Stelle soll zukünftig die Delbrückstraße die Straßenbahn queren, um den westlichen Teil des Medizin-Campus zu erschließen und insbesondere den Baustellenverkehr für den Neubau der Uniklinik bei Errichtung im Baufeld "West" aufzunehmen. Für eine leistungsfähige Erschließung wäre eine Änderung des derzeitigen Bebauungsplans für den Medizin-Campus erforderlich. 

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Vorfestlegung auf das Baufeld „West“

Obwohl für den Neubau der Uniklinik Augsburg zwei geeignete Standorte zur Verfügung stehen, kam es frühzeitig zu einer Vorfestlegung auf das Baufeld „West“. Am 26. Juli 2024 erklärte ein Lenkungsausschuss aus Staatsministerien, Regierung von Schwaben, Uniklinik Augsburg, Staatlichem Bauamt und Stadt Augsburg den „West“-Standort als „gesetzt“. Grundlage war eine nicht öffentlich zugängliche Standortanalyse, die außerhalb eines formellen, beteiligungsorientierten Verfahrens erstellt wurde. Nach ihrer vom BUND Naturschutz eingeforderten Veröffentlichung im März 2025 zeigte sich, dass sie einseitig und unzureichend war (Hintergrundinformationen finden Sie hier: ➜ BN-Infoveranstaltung 23.7.2025: Uniklinik Neubau bedroht Klinikpark).

Im November 2024 stimmte der Augsburger Stadtrat der Vorbereitung des Bauleitverfahrens zu. In diesem öffentlichen Verfahren soll das Baurecht geschaffen werden, unter anderem durch eine Änderung des Flächennutzungsplans, bei der der Klinikpark als „öffentliche Grünfläche“ entfällt, sowie durch die Festlegung der Rahmenbedingungen für den Neubau in einem Bebauungsplan. Grundlage des Beschlusses war eine Vorlage, die das Baufeld „West“ klar favorisierte und sich ausdrücklich auf die nicht öffentlich zugängliche Standortanalyse bezog. Eine gleichwertige Betrachtung alternativer Standorte war darin nicht vorgesehen.

Öffentliche Aussagen führender politischer Akteure sowie die darauf aufbauenden Beschlüsse verstärkten den Eindruck, dass die Standortentscheidung bereits gefallen sei. Aus Sicht des BUND Naturschutz hat bislang keine gleichwertige, öffentliche und ergebnisoffene Prüfung der Standortalternativen stattgefunden.

Stimmen aus der Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums vom 23.7.2024

Wissenschaftsminister Markus Blume

„Im Westen haben wir den medizinisch idealen Standort“

Oberbürgermeisterin Eva Weber

„...freue ich mich, dass der Lenkungsausschuss nunmehr eine Standort-Entscheidung getroffen hat. Selbstverständlich unterstützen wir diese vollumfänglich.“

Regierungspräsidentin Barbara Schretter

„Ich freue mich, dass das bedeutende Großprojekt Neubau Uniklinik mit der nun getroffenen Standortentscheidung starten kann.“


Warum ist die Vorfestlegung problematisch?

In der öffentlichen Darstellung wird das Baufeld „West“ wiederholt als schneller realisierbar beschrieben, unter anderem mit dem Hinweis auf eine mögliche Weiternutzung des Anbaus „West“, dem neuen Zentrum für die Intensivmedizin. Diese Argumente sind jedoch bislang nicht belastbar belegt. Weder die Standortanalyse noch Nachfragen beim Staatlichen Bauamt zeigen eine nachvollziehbare und überprüfbare Zeitersparnis, die einen so weitreichenden Eingriff in den Klinikpark und die umliegenden Freiräume rechtfertigen würde. Auch die Nutzbarkeit des Anbaus „West“ wird dort selbst als problematisch dargestellt.

Durch die wiederholte Darstellung des West-Standorts als alternativlos entsteht in der Öffentlichkeit zunehmend der Eindruck, die Standortentscheidung sei bereits gefallen – obwohl bislang kein ergebnisoffenes Verfahren durchgeführt wurde. Gleichzeitig wird das Bauleitverfahren als ergebnisoffen dargestellt, obwohl es sich nach der bisherigen Vorfestlegung im Kern auf einen Neubau im Westen und die Umwandlung des Klinikparks in Bauland bezieht.

Hinzu kommt, dass in politischen Gesprächen und Hintergrundgesprächen immer wieder der Eindruck vermittelt wird, der Freistaat Bayern könne sich aus dem Projekt zurückziehen, falls der Neubau nicht im Westen realisiert wird. Unter diesen Rahmenbedingungen wird eine offene und ergebnisoffene Standortdebatte politisch erheblich erschwert.

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Was der BUND Naturschutz fordert

Angesichts der bisherigen Vorfestlegung ist es aus Sicht des BUND Naturschutz entscheidend, dass das nun anstehende Bauleitverfahren nicht zur bloßen Umsetzung einer bereits getroffenen Standortentscheidung wird. Vielmehr muss es genutzt werden, um die Standortfrage offen, transparent und nachvollziehbar zu klären.

Forderung und Online-Petition

Ergebnisoffene Untersuchung der Standorte!

Forderung

Der Neubau der Universitätsklinik Augsburg darf nur auf Grundlage einer gleichwertigen, öffentlichen und nachvollziehbaren Prüfung der beiden geeigneten Standorte erfolgen.

Baufeld „West“ und Baufeld „Ost“ müssen in gleicher Tiefe und anhand vergleichbarer Kriterien untersucht werden – insbesondere im Hinblick auf:

  • Umwelt- und Klimawirkungen
  • Verkehr und Erreichbarkeit
  • Stadtentwicklung und Freiräume
  • Auswirkungen auf benachbarte Kommunen und angrenzende Stadtteile

Bitte unterstützen Sie unsere ➜ Online-Petition auf openpetion.de mit Ihrer Unterschrift!

Bitte unterschreiben Sie hier:

Zur Online-Petition

Schon mehr als 1.500 Unterstützer und Unterstützerinnen haben die Petition unterschrieben.

Zum Informationsvideo auf YouTube:

ZUM Info Video


Warum der Klinikpark erhalten werden sollte

Der Klinikpark ist ein zusammenhängender, gestalteter Grün- und Freiraum mit hoher Bedeutung für Mensch, Natur und Stadtklima. Für Patientinnen und Patienten – insbesondere des benachbarten Bezirkskrankenhauses –, für Beschäftigte sowie für Besucherinnen und Besucher ist er ein wichtiger Ort der Ruhe, Erholung und Genesung. Der Park geht auf ein landschaftsarchitektonisches Gesamtkonzept der Gebrüder Hansjakob zurück und besitzt damit eine besondere gestalterische und kulturhistorische Bedeutung, die bei einer Bebauung vollständig zerstört würde.

Darüber hinaus erfüllt der Klinikpark zentrale ökologische und klimatische Funktionen. Er wirkt als Kaltluftentstehungsgebiet, ist Teil eines übergeordneten Grünzugs und leistet einen wichtigen Beitrag zur Abmilderung von Hitze und zur Luftqualität. Der Park beherbergt einen wertvollen Altbaumbestand und dient als Lebensraum geschützter Tierarten. Nach Einschätzung mehrerer Fachämter der Stadt Augsburg (Umweltamt, Untere Naturschutzbehörde) wären die mit einer Bebauung verbundenen Eingriffe nur eingeschränkt oder gar nicht ausgleichbar, da geeignete Ersatzflächen im Umfeld fehlen. Zudem würden die für den bestehenden Medizin-Campus angelegten Ausgleichsflächen durch eine Bebauung des Klinikparks in ihrer Funktion entwertet oder vollständig aufgehoben.

Klinikpark – Hohe Bedeutung für Mensch, Stadtklima & Ökologie

Mensch

Ruhe- und Regenerationsort

Wichtiger Erholungsraum für Patienten (BKH und Uniklinik), Mitarbeitende, Besucher, Anwohner aus Neusäß, Stadtbergen und Augsburg sowie Studierende.

Klima

Kaltluftentstehung mit Wirkung bis nach Neusäß, Stadtbergen und in die östlichen Stadtteile Augsburgs

Teil einer bioklimatisch wirksamen Grünzugstruktur zwischen Kobelwald und Stadtgebiet mit wichtiger Durchlüftungs- und Entlastungsfunktion in Hitzeperioden – zugleich wichtig für den Kühlungsbedarf der Uniklinik.

Ökologie

Ökologische Bedeutung & Artenvielfalt

Artenreicher, gewachsener Altbaumbestand (40–70 Jahre und älter) mit hoher ökologischer Bedeutung und Lebensraum für geschützte Arten (Laubfrosch, Fledermaus u.a.). Keine Ausgleichsflächen für erforderlichen Eingriff in Umgebung vorhanden. Entwertung der neu geschaffenen Ausgleichsflächen für Medizin-Campus.

"Denkmal"

Gestaltet von Gottfried & Anton Hansjakob (international renommiert)

8 ha großer Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens mit nachhaltig, langfristig angelegter Bepflanzung. Erfüllt Kriterien der geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen Bedeutung (Art. 1 BayDSchG).

40.000 LKW Fahrten

Klinikparkhügel wurde aus dem Aushub des alten Klinikums modelliert

Bebauung bedeutet zunächst den vollständigen Abtransport dieses Hügelkörpers. Mehrjährige Belastungen durch Lärm, Staub, Erschütterungen und Verkehrsrisiken nur zur Baufeldvorbereitung.

Der heutige Klinikpark entstand aus dem Aushubmaterial des bestehenden Klinikums. Für einen Neubau im Baufeld „West“ müsste dieser modellierte Park vollständig wieder abgetragen werden. Dabei fielen – zusätzlich zum eigentlichen Bauaushub für den Neubau – rund 320.000 Kubikmeter Erdmaterial an. Dies entspräche etwa 40.000 LKW-Fahrten und würde über viele Monate hinweg zu erheblichen Lärm-, Staub- und Verkehrsbelastungen führen – nicht nur für das Klinikgelände selbst, sondern auch für die angrenzenden Stadtteile Augsburgs sowie die Nachbarkommunen Neusäß und Stadtbergen.

Hinzu kommt, dass der von der Uniklinik angeführte Vorteil, den bestehenden Anbau West dauerhaft in die Neubaukonzeption einzubinden, sich erheblich relativiert. Die langfristige Weiternutzung dieses Bestandsgebäudes ist mit funktionalen Einschränkungen, betrieblichen Abhängigkeiten und Risiken für zukünftige Erweiterungen verbunden und verfestigt zugleich eine bauliche Lösung, die zulasten des Klinikparks und der angrenzenden Freiräume geht.

Auch aus städtebaulicher Sicht ist der Standort problematisch, da er klimarelevante Freiflächen dauerhaft beseitigt und zentralen Zielen der Stadtentwicklung und Klimaanpassung widerspricht. Aus Sicht des BUND Naturschutz wiegen diese Nachteile besonders schwer, weil sie dauerhaft und nicht rückgängig zu machen sind. Der Klinikpark ist ein gewachsener Freiraum mit vielfältigen Funktionen, der sich weder verlagern noch ersetzen lässt. Sein Erhalt ist daher ein zentrales Argument für eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung alternativer Standorte.

Rettet den Park!

Parkanlage Uniklinik Augsburg | Impressionen eines ökologischen Juwels


Welche Vorteile das Baufeld „Ost“ bietet

Das Baufeld „Ost“ bietet aus städtebaulicher, verkehrlicher und ökologischer Sicht deutliche Vorteile gegenüber dem Baufeld „West“. Es liegt innerhalb der bestehenden Klinikstruktur und ermöglicht eine Weiterentwicklung des Klinikstandorts, ohne zusätzliche wertvolle Grün- und Freiräume zu zerstören oder neue Barrieren im Stadtraum zu schaffen.

Städtebauliche, verkehrliche und planungsrechtliche Vorteile

Das Baufeld „Ost“ nutzt einen bereits erschlossenen und integrierten Klinikstandort. Es entspricht den Planungsgrundsätzen der Stadt Augsburg, untergenutzte Flächen nachzuverdichten und wertvolle Freiräume zu erhalten. Die Bebauung erfolgt innerhalb der bestehenden Klinikstruktur und schafft keine neue Barrierewirkung, sondern eine gute Verknüpfung zu angrenzenden Stadtteilen.

Verkehrlich ist der Standort gut angebunden: bestehende ÖPNV-Anschlüsse (Tram und Bus), kurze Wege für Patientinnen und Patienten, Beschäftigte und Studierende sowie die Nutzung vorhandener Straßennetze sprechen für diesen Standort.

Auch planungsrechtlich bietet das Baufeld „Ost“ Vorteile, da es im Flächennutzungsplan bereits als Klinikstandort vorgesehen ist. Eine Umwidmung hochwertiger Grünflächen – wie im Westen – wäre nicht erforderlich.

Die Standortanalyse bewertet das Baufeld „Ost“ in den Bereichen Städtebau, Verkehr, Umwelt und Recht mit 154 Punkten und damit rund 20 % besser als das Baufeld „West“ (128 Punkte).
Weitere Informationen: ➜ BN-Infoveranstaltung 23.7.2025: Uniklinik Neubau bedroht Klinikpark

Städtebau

Planungsgrundsätze des Stadtplanungsamtes

Nutzung eines bereits erschlossenen und integrierten Klinikstandortes. Unterstützung der Ziele: Nachverdichtung untergenutzter Flächen, Erhalt wertvoller Freiräume. Gute Verknüpfung zu angrenzenden Stadtteilen.

Verkehr

Günstige verkehrliche & fußläufige Anbindung

Verkehrlich ist der Standort gut angebunden: bestehende ÖPNV-Anschlüsse (Tram und Bus), kurze Wege für Patientinnen und Patienten, Beschäftigte und Studierende sowie die Nutzung vorhandener Straßennetze.

Planungsrecht

Im Flächennutzungsplan bereits als Klinikstandort vorgesehen

Die Standortanalyse bewertet Baufeld „Ost“ im Bereich Stadtplanung (Städtebau, Verkehr, Umwelt, Recht) mit 154 Punkten und damit rund 20 % besser als „West“ (128 Punkte).

Interimsbedarf ist planbar und überschaubar – Potenzial für Erweiterungen

In der Standortanalyse wird argumentiert, dass die Freimachung des Baufelds „Ost“ umfangreiche Interimsbauten erfordere. Nach Einschätzung des BUND Naturschutz ist dieser Interimsbedarf jedoch planbar und überschaubar. Viele heutige Nutzungen im Osten sind nicht dauerhaft standortgebunden und können frühzeitig verlagert werden, darunter Verwaltungsbereiche, Teile der medizinischen Lehre sowie die Pflegeschule. Für sensible Einrichtungen – etwa das Kinderkrebszentrum – sind punktuelle, bedachte Lösungen erforderlich, aber umsetzbar (➜ BN-Infoveranstaltung 23.7.2025: Uniklinik Neubau bedroht Klinikpark).

Darüber hinaus bietet das Baufeld „Ost“ Potenzial für zukünftige Erweiterungen, etwa durch die Überbauung oder Umgestaltung bestehender ebenerdiger Parkflächen entlang der Stenglinstraße.

Erhalt des Klinikparks und deutlich geringere Eingriffe

Ein Neubau im Osten würde den Klinikpark vollständig erhalten. Dieser bleibt ein wichtiger Erholungsraum für Patientinnen und Patienten, Beschäftigte, Studierende sowie für Anwohnerinnen und Anwohner aus Augsburg, Neusäß und Stadtbergen.

Auch ökologisch ist das Baufeld „Ost“ deutlich vorteilhafter: Klimarelevante Freiflächen, Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftleitbahnen bleiben unangetastet. Bereits angelegte Ausgleichsflächen behalten ihre volle Funktion; neue Ausgleichsflächen wären nicht erforderlich.

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Zeitverlauf

2023 MÄR

Freistaat entscheidet sich für Neubau der Uniklinik

Die Staatsregierung verwirft ihre ursprünglichen Pläne für eine Generalsanierung des Großkrankenhauses in Augsburg.
➜ AZ, 14.03.2023, Uniklinikum Augsburg wird neu gebaut 

2024 Jul

Vorfestlegung auf das Baufeld „West“

Ein interner Lenkungsausschuss (Staatsministerien, Regierung von Schwaben, Universitätsklinikum Augsburg, Staatliches Bauamt, Stadt Augsburg) erklärt den Standort "West" für den Neubau als gesetzt. Grundlage ist eine zunächst nicht-öffentliche Standortanalyse, die erst auf Drängen des Bund Naturschutz im März 2025 veröffentlicht wird und sich als einseitig und unzureichend erweist. Eine Beteiligung der Städte Neusäß und Stadtbergen sowie der Öffentlichkeit erfolgte nicht.

➜ Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums vom 26.7.2024
➜ BN auf myheimat 15.8.2024: Uniklinik-Neubau rückt an Neusäß heran

2025 Feb

Start der Online-Petition für eine ergebnisoffene Standortprüfung

Die Ortsgruppen Neusäß und Stadtbergen des BUND Naturschutz starten eine Online-Petition, da die bisherigen Untersuchungen zur Standortwahl und die Vorfestlegung auf das Baufeld „West“ ohne öffentliche Beteiligung erfolgt sind. Gefordert werden eine

  • transparente, gleichwertige und ergebnisoffene Prüfung der Standorte „Ost“ und „West“,
  • die frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit
  • sowie eine vorgelagerte Raumverträglichkeitsprüfung.

Ziel ist der Erhalt des Klinikparks und angrenzender Grünflächen sowie eine nachvollziehbare Entscheidung vor Beginn des Bauleitverfahrens.

➜ Online-Petition: openpetition.de/uka

➜ BN auf myheimat 28.2.2025: BUND Naturschutz fordert Bürgerbeteiligung
➜ BN PM, 28.2.2025: Ergebnisoffene Untersuchung der möglichen Standorte

2025 Mär

Veröffentlichung der Standortanalyse

Nach monatelangem Drängen des BUND Naturschutz wird die bislang nicht-öffentliche Standortanalyse am 10. März 2025 von der Stadt Augsburg veröffentlicht. In der ursprünglichen Bewertung lag das Baufeld „Ost“ vorne. Erst durch ungewöhnliche und nachträgliche Gewichtungen – insbesondere zulasten von Umwelt-, Verkehrs- und städtebaulichen Kriterien zugunsten von Zeit- und Kostenaspekten – erhielt das Baufeld „West“ rechnerisch den Vorrang. Eine gleichwertige und transparente Standortprüfung fand nicht statt.

Eine detaillierte Analyse der Unzulänglichkeiten der Standortanalyse finden Sie in den Präsentationsunterlagen der BN-Infoveranstaltung vom 23.7.2025 ab S. 20ff, die hier heruntergeladen werden können:
➜ BN-Infoveranstaltung 23.7.2025: Uniklinik Neubau bedroht Klinikpark

2025 Mär

BN Info-Veranstaltung in Neusäß

Die BUND-Naturschutz-Ortsgruppe Neusäß/Aystetten informiert am 18. März in Neusäß über den geplanten Neubau der Uniklinik und die Defizite der bisherigen Standortentscheidung. Die Veranstaltung war bereits seit Dezember 2024 angekündigt und stieß auf großes öffentliches Interesse. Erst Mitte Februar 2025 kündigten auch die Verantwortlichen der Uniklinik kurzfristig eigene Informationsveranstaltungen an, die im zeitlichen Umfeld stattfanden. Die wachsende Aufmerksamkeit zeigt, wie stark das Thema die Bevölkerung bewegt.

➜ BN-Infoveranstaltung 18.3.2025, Unterlagen: Uniklinik-Neubau rückt an Neusäß heran
➜ BN PM, 21.3.2025: Großes Interesse an BN Veranstaltung zum Uniklinik-Neubau

2025 Apr

Aktionstag "Klinikpark retten"

Am „Tag des Baumes“ machen Naturschutzorganisationen und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger auf den außergewöhnlich wertvollen Baumbestand des Klinikparks aufmerksam. Bei der Ortsbegehung zeigt sich, dass viele Bäume bereits beim Anlegen des Parks vor rund 50 Jahren schon zwischen 10 und 40 Jahre alt waren und damit heute deutlich älter sind als die Parkanlage selbst. Der Aktionstag unterstreicht die Bedeutung des Klinikparks für Klima, Biodiversität und Naherholung – und dass mit dem Baufeld „Ost“ eine realistische Alternative zur Zerstörung dieses gewachsenen Grünraums besteht.

Bericht mit vielen Bildern unter:
➜ BN auf myheimat 28.4.2025: Aktionstag “Klinikpark retten”

An unserem Aktionstag „Klinikpark retten“ hat der Baumexperte Henry Bellosa von der Baum-Allianz Augsburg eine fachliche Einschätzung zum wertvollen Baumbestand im Park vorgenommen. Die Einschätzung finden sie hier:
➜ Einschätzung des Baumbestandes UNI-Klinik-Park Augsburg

2025 Mai

Spendenkampagne für juristische Unterstützung und YouTube Video

Um die juristische Begleitung, fachliche Gutachten und eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit finanzieren zu können, startet der BUND Naturschutz eine Spendenkampagne. Jeder Beitrag hilft, den öffentlichen Druck auf Politik und Verwaltung aufrechtzuerhalten – und entschlossen für eine faire Standortentscheidung einzutreten.

Spendenkonto (Stadtsparkasse Augsburg):
BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg
IBAN: DE19 7205 0000 0000 2342 94

Stichwort: Neubau Uniklinik

➜ Video zur Erläuterung der Hintergründe
➜ Spendenflyer
➜ BN auf myheimat 31.5.2025: Spendenkampagne für juristische Unterstützung 

2025 Jun‑Nov

Forderung nach Einleitung einer Raumverträglichkeitsprüfung durch die Regierung von Schwaben

In einem mehrfachen Schriftwechsel zwischen der vom BUND Naturschutz beauftragten Fachkanzlei und der Regierung von Schwaben lehnt diese die Einleitung einer Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) unter Verweis auf das Bayerische Landesplanungsgesetz ab. Der BUND Naturschutz hält dies nach der Novellierung des Raumordnungsgesetzes 2023 für rechtswidrig, da bereits eine überörtliche Raumbedeutsamkeit des Vorhabens eine vergleichende RVP für die Standorte „West“ und „Ost“ erfordert und dies für den weiteren Planungsprozess noch relevant werden kann.

➜ BN PM, 5.6.2025: BN fordert Raumverträglichkeitsprüfung
➜ BN PM, 15.8.2025: Raumverträglichkeitsprüfung – BN widerspricht Regierung von Schwaben

2025 Jul

Infoveranstaltung Zeughaus

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger informieren sich im Zeughaus Augsburg über den geplanten Neubau der Uniklinik. Auf Einladung der Baum-Allianz Augsburg stellt der BUND Naturschutz die zentralen Kritikpunkte an der Standortwahl „West“ vor und fordert eine transparente, ergebnisoffene Prüfung beider Standorte. Kritisiert werden insbesondere die methodischen Schwächen der Standortanalyse, der fehlende Einbezug von Umwelt- und Klimabelangen sowie die Vorfestlegung auf den Klinikpark ohne Beteiligung von Stadtrat, Nachbarkommunen und Öffentlichkeit.

Die Präsentationsunterlagen finden Sie hier:
➜ BN-Infoveranstaltung 23.7.2025: Uniklinik Neubau bedroht Klinikpark

➜ BN auf myheimat 27.7.2025: Neubau Uniklinik: Klinikpark bedroht 

2025 Jul‑Okt

Offene Briefe an den Stadtrat Augsburg zur Ergebnisoffenheit

Der BUND Naturschutz richtet zwei Offene Briefe an den Stadtrat Augsburg (16.07.2025 und 09.10.2025) und fordert ein transparentes, ergebnisoffenes Verfahren zur Standortwahl für den Neubau der Uniklinik vor Beginn des Bauleitverfahrens. Kritisiert wird, dass trotz fehlender gleichwertiger Prüfung der Baufelder „West“ und „Ost“ weiterhin von Ergebnisoffenheit gesprochen wird, ohne diese klar zu definieren. Unter Ergebnisoffenheit versteht der BUND Naturschutz eine transparente, vergleichende und fachlich gleichwertige Prüfung beider Standorte unter Einbeziehung aller relevanten Umwelt-, Klima-, Verkehrs- und Stadtentwicklungsaspekte sowie der Öffentlichkeit und fordert hierzu eine klare Positionierung der Parteien noch vor den Kommunalwahlen.

➜ Offener Brief an den Stadtrat Augsburg vom 16.7.2025
➜ 2. offener Brief an den Stadtrat Augsburg vom 9.10.2025

2026 Jan

Wahlprüfsteine

BUND Naturschutz bittet Parteien um klare Positionen vor den anstehenden Kommunalwahlen zur Standortfrage des Neubaus der Uniklinik Augsburg.

➜ Wahlprüfsteine

2026 Feb

Start des Bauleitverfahrens ?

Das Bauleitverfahren soll gemäß Berichterstattung in der ➜ AZ vom 10.1.2026 noch im Februar durch einen sogenannten “Aufstellungsbeschluss” im Stadtrat Augsburg gestartet werden. Mit einer Beteiligung der Öffentlichkeit ist dann voraussichtlich im Sommer zu rechnen.

2038+

Inbetriebnahme

Ende der 2030er Jahre soll der Neubau der Uniklinik in Betrieb gehen.

Bildergalerie


Kontakt

Wir laden Sie ein, sich zu informieren, mitzudiskutieren und den Einsatz für eine nachhaltige und zukunftsfähige Standortentscheidung zu unterstützen.

Dr. Dietmar Kuhlmann
Mitglied des Vorstands der Kreisgruppe Augsburg
dietmar.kuhlmann@bund-naturschutz.de