Neubau Uniklinik: Bebauung des Klinikparks politisch festgelegt
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17.02.2026
Der Bauausschuss in Augsburg hat am 12. Februar einstimmig den Weg für den Start des Bauleitverfahrens freigemacht. Der Augsburger Stadtrat soll am 26. Februar den formalen Beschluss fassen. Das Verfahren konzentriert sich ausschließlich auf das westliche Baufeld und damit auf die Bebauung des Klinikparks sowie der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen bis nahe an das Bezirkskrankenhaus und die Wohnbebauung von Westheim.
Damit rücken die anstehende Kommunalwahl und die Unterstützung für den Erhalt des Klinikparks besonders in den Fokus. Wer unterstützt den Erhalt des Klinikparks? Wie können Sie uns unterstützen?
Behauptete Ergebnisoffenheit hält der Prüfung nicht stand
Seit über einem Jahr wird von Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber und der Mehrheit des Augsburger Stadtrats betont, das Verfahren sei „ergebnisoffen“.
Tatsächlich wird das Baufeld „Ost" im aktuellen Planungsentwurf nicht mehr vertieft untersucht.
Die Begründung für die Bevorzugung des Baufelds „West“ umfasst in den Planunterlagen gerade einmal sechs Seiten. Sie fasst lediglich die ohnehin unzureichende, im März letzten Jahres veröffentlichte Standortanalyse zusammen, ohne dass von uns mehrfach eingeforderte neue Aspekte oder vertiefende Nachweise erbracht würden.
Für ein Bauleitverfahren dieser Tragweite ist das fachlich und rechtlich höchst problematisch. Die von uns frühzeitig kritisierte Vorfestlegung auf das Baufeld „West“ ist nun faktisch politisch zementiert.
Gesamtes Klinikgelände kann fast vollständig bebaut werden
Die Planunterlagen erfassen das gesamte Klinikgelände. Die ausgewiesenen Baufelder ermöglichen dem Freistaat innerhalb der festgesetzten Höhen (bis zu 48 Meter) eine weitreichende Bebauung.
Klar erkennbar ist:
- Das gesamte Areal des heutigen Klinikparks kann überbaut werden.
- Die Bebauung reicht bis nahe an das Bezirkskrankenhaus und den Steppacher Weg.
- Auch die Grundfläche des heutigen Bestandsgebäudes ist Teil des westlichen Baufelds.
Das bedeutet:
Selbst wenn das Bestandsgebäude nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen wird, wird für diese Fläche im Bebauungsplan keine Grünfläche festgesetzt. Stattdessen bleibt sie als Baufläche ausgewiesen. Damit bleibt die Fläche dauerhaft für eine erneute Bebauung offen, obwohl bei den Informationsveranstaltungen der Uniklinik im letzten Jahr regelmäßig eine spätere Grünentwicklung in Aussicht gestellt wurde.
Dabei hätte die Stadt Augsburg die Möglichkeit, bereits jetzt verbindlich eine Grünfläche festzuschreiben. Das Bestandsgebäude genießt bis zu einem möglichen Abriss ohnehin Bestandsschutz. Die Ausweisung einer Grünfläche würde jedoch eine spätere Neubebauung ausschließen.
Stattdessen soll dem Freistaat auch auf dieser Fläche sowie auf weiteren Teilen des Klinikgeländes, einschließlich der Parkplatzflächen entlang der Stenglinstraße, eine weitgehende bauliche Entwicklungsfreiheit von der Stadt eingeräumt werden. Diese großzügige planerische Öffnung wird unter dem Schlagwort „Medical Valley“ politisch von einer breiten Mehrheit, auf Kosten der Bevölkerung in den direkt angrenzenden Stadtteilen, mitgetragen.
Neusäß und Stadtbergen bleiben in der Standortfrage zurückhaltend
Die politische Mehrheit in Neusäß und Stadtbergen hat bislang keine erkennbaren Initiativen ergriffen, um eine ergebnisoffene Prüfung der möglichen Standorte mit Nachdruck einzufordern, obwohl die Auswirkungen des Neubaus unmittelbar die angrenzenden Kommunen und ihre Bevölkerung massiv betreffen.
Statt gemeinsam auf transparente Verfahren und verträgliche Lösungen für alle Betroffenen zu drängen, entsteht vielmehr der Eindruck, dass die Diskussion um die Baustellenerschließung des westlichen Baufelds vor allem darauf hinausläuft, die Belastungen in Richtung des Stadtberger Virchow-Viertels zu verschieben.
Eine gemeinsame interkommunale Zusammenarbeit für eine natur- und bürgerverträgliche Lösung ist bislang nicht erkennbar. Damit wird die einseitige Konzentration des Bauleitverfahrens auf das westliche Baufeld durch Freistaat und Stadt Augsburg maßgeblich unterstützt.
Kommunalwahl: Wer steht wirklich für den Erhalt des Klinikparks?
Kommunalpolitik entscheidet nicht nur über Straßen, Schulen und Haushalte. Sie entscheidet auch darüber, wie ernst Umwelt- und Naturschutz genommen werden, wenn es konkret wird.
Wir haben die bei den Kommunalwahlen Kandidierenden anhand von "Wahlprüfsteinen" befragt, wie sie zum Erhalt des Klinikparks stehen, ob sie eine echte vergleichende Standortprüfung fordern und für Transparenz im Verfahren einstehen. Auf Grundlage der eingegangenen Antworten sowie der im vergangenen Jahr öffentlich nachvollziehbaren Aktivitäten ergibt sich folgendes Bild:
- In Augsburg positionieren sich Augsburg in Bürgerhand und V-Partei³ klar für eine vergleichende Standortprüfung und gegen eine vorschnelle Festlegung auf das Baufeld "West".
- In Neusäß bleibt vor allem die SPD sichtbar am Thema dran.
- Im Landkreis Augsburg engagieren sich insbesondere ÖDP und V-Partei³ für den Erhalt des Klinikparks.
In Stadtbergen hingegen ist derzeit keine Partei erkennbar, die sich aktiv für den Erhalt des Klinikparks positioniert.
Es liegt an Ihnen, verehrte Wählerinnen und Wähler, ob Sie diese Informationen bei Ihrer Stimmabgabe berücksichtigen wollen.
Wir brauchen Ihre Unterstützung!
Angesichts der breiten politischen Vorfestlegung auf das westliche Baufeld ist im laufenden Bauleitverfahren kaum damit zu rechnen, dass es noch zu einer grundsätzlichen Kursänderung kommen wird.
Das Verfahren wird mehrere Jahre dauern. Vor seinem Abschluss sind keine unmittelbaren rechtlichen Schritte gegen die Planung möglich. Erst die am Ende verabschiedeten Bauleitpläne können inhaltlich und hinsichtlich ihres Zustandekommens rechtlich überprüft werden.
Bis dahin müssen wir uns im laufenden Verfahren sachlich, fundiert und fristgerecht einbringen. Nur wer jetzt Stellung nimmt, Argumente vorträgt und mögliche Rechtsverstöße dokumentiert, sichert sich die Möglichkeit, die späteren Pläne juristisch angreifen zu können.
Die erste Stellungnahme im Verfahren wird voraussichtlich bis Ende April zu erarbeiten sein. Dafür benötigen wir weiterhin finanzielle Unterstützung für rechtliche Begleitung und gegebenenfalls fachgutachterliche Einschätzungen.
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende.

Ihre Spende
Für die Rettung des Klinikparks !
Die Politik hat sich festgelegt. Nur mit Ihrer finanziellen Hilfe können wir die notwendigen rechtlichen Prüfungen vorbereiten und das Verfahren konsequent begleiten.
BUND Naturschutz, Kreisgruppe Augsburg
Sparkasse Augsburg
IBAN: DE19 7205 0000 0000 2342 94
Stichwort: Neubau Uniklinik
Eine Spendenbescheinigung stellen wir gerne auf Anfrage aus.
Kontakt
Dr. Dietmar Kuhlmann
Mitglied des Vorstands der Kreisgruppe Augsburg
dietmar.kuhlmann@bund-naturschutz.de
Hannes Grönninger
1. Vorsitzender der Ortsgruppe Neusäß/Aystetten
hannes.groenninger@gmail.com
Dr. Ludwig Fink
1. Vorsitzender der Ortsgruppe Stadtbergen
bn.og.stadtbergen@gmx.de








