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Rundbriefe der Kreisgruppe

Baumfällungen am Klinikpark

BUND Naturschutz fordert Aufklärung

In den vergangenen Tagen wurden im Bereich zwischen dem Fußweg von der Straßenbahnhaltestelle Uniklinik/BKH zum Bezirkskrankenhaus und dem Anbau „West“ auf dem Klinikgelände sämtliche Gehölze gefällt. Nach Einschätzung des BUND Naturschutz waren darunter etwa 15–20 Erlen und Weiden, teilweise mit erheblichen Stammumfängen. Das staatliche Bauamt Augsburg äußert sich nun dazu.

20.01.2026

Nach Auffassung des BUND Naturschutz fallen einzelne der gefällten Erlen aufgrund ihres Stammumfangs unter die Augsburger Baumschutzverordnung. Unabhängig davon ergibt sich bei Eingriffen dieser Größenordnung zumindest eine Prüf- bzw. Anzeigeerforderlichkeit gegenüber der Unteren Naturschutzbehörde.

Die Kreisgruppe Augsburg des BUND Naturschutz hat sich daher mit einem Schreiben an das Staatliche Bauamt gewandt und um Aufklärung gebeten. Konkret wird unter anderem gefragt:

  • wer die Fällungen veranlasst und durchgeführt hat und aus welchem Anlass,
  • ob die Maßnahmen vorab mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt wurden,
  • wie viele Bäume insgesamt gefällt wurden und
  • wie die Maßnahme fachlich eingeordnet wird.

Besonders erklärungsbedürftig erscheint der Zeitpunkt der Fällungen, da die Gehölze während der mehr als zehnjährigen Bauzeit des Anbaus „West“ offenbar kein Hindernis darstellten und auch keine akute Gefährdung des angrenzenden Fußwegs erkennbar war.

Der BUND Naturschutz fordert weiterhin Transparenz und frühzeitige Information über Eingriffe im und am Klinikpark und wird den weiteren Verlauf aufmerksam begleiten.


UPDATE 26.1.2026

Staatliches Bauamt Augsburg antwortet

Der BUND Naturschutz hat zwischenzeitlich eine schriftliche Antwort des Staatlichen Bauamts Augsburg zu den Baumfällungen im Bereich des Anbaus „West“ am 23.1.2026 erhalten.

Kurz zusammengefasst begründet das Staatliche Bauamt die Fällungen mit der Erweiterung der bestehenden Baustelleneinrichtungs- und Lagerflächen für laufende Infrastrukturmaßnahmen (u. a. Sanierung des Wasser- und Stromnetzes sowie Sicherung der Notstromversorgung). Ein Zusammenhang mit den Planungen für den geplanten Neubau der Uniklinik wird vom Bauamt ausdrücklich verneint.

Auszüge aus der offiziellen Antwort des Staatlichen Bauamts Augsburg vom 23.1.2026

Antwort:

Das Staatliche Bauamt Augsburg (StBA A) betreut derzeit verschiedene Projekte im Kontext des Universitätsklinikums Augsburg (UKA). Im Rahmen von notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Betriebs und der Versorgung des bestehenden Gebäudes hat das StBA A veranlasst, Gehölz in dem betroffenen Bereich zurückzuschneiden. Die Maßnahme war notwendig, da die bestehende Baustelleneinrichtungsfläche erweitert werden muss, um den räumlichen Erfordernissen der laufenden Infrastrukturmaßnahmen (konkret: Sanierung des Wasser- und Stromnetzes, Sicherung der Notstromversorgung) zu entsprechen. Die Maßnahmen zur Sicherung des Bestands stehen nicht im Zusammenhang mit den Planungen für den Gesamtneubau des UKA.

Antwort: 

Alle Maßnahmen des Staatlichen Bauamtes finden in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden statt, um Aspekte des Natur- und Artenschutzes unmittelbar in der Planung und Ausführung zu berücksichtigen. Auch im konkreten Fall wurde die Maßnahme mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) abgestimmt. Für die Maßnahme wurde ein Gutachten erstellt, in dem die notwendige Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung nach BayKompV untersucht wurde. Für den Eingriff in den naturräumlichen Bestand sind adäquate Ausgleichsmaßnahmen auf dem Gelände vorgesehen, die von der UNB durch Zustimmung zum Gutachten bestätigt wurden.

Antwort: 

Gem. der gutachterlich erstellten Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung wurden zwei Gehölzreihen, eine kleine Baumreihe und drei Gras- und Staudenflurbestände entfernt. Darunter fielen einzelne Stiel-Eichen, Hänge-Birken, Sal-Weiden und Zitter-Pappeln.

Die betreffende Fläche erstreckt sich von der südlichen Grenze der bestehenden Baustellen-Einrichtungsfläche bis zu dem Weg, der den Patientengarten nördlich abgrenzt. Die ca. 1.500 m² große Fläche ist nicht dem Klinikpark zuzuordnen. Der überwiegende Teil der Fläche war frei von jeglicher Vegetation, da es sich bereits zuvor um Lagerflächen handelte.

Antwort:

Die Rückschnitte sind ausschließlich im Kontext der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen zur mittelfristigen Sicherung des Betriebs der Bestandsgebäude des UKA durchgeführt worden. Im Rahmen einer nachhaltigen Planung soll die Infrastruktur zu einem späteren Zeitpunkt teilweise in das Gesamtkonzept für den Neubau des UKA integriert werden können. Die aktuellen Maßnahmen finden jedoch explizit unabhängig und nicht als Vorbereitung für einen Neubau statt, sondern sichern den Krankenhausbetrieb und die Versorgungssicherheit im Bestand.

Einordnung durch den BUND Naturschutz

Der BUND Naturschutz nimmt die Antwort des Staatlichen Bauamts zur Kenntnis. Gleichwohl bleiben aus unserer Sicht wesentliche Fragen offen. Insbesondere ist für Außenstehende weiterhin schwer nachvollziehbar, warum nach Abschluss der Bauarbeiten für den Anbau „West“ zusätzliche Flächen in Anspruch genommen werden mussten, obwohl während der langjährigen Bauzeit offenbar ausreichend Bau- und Lagerflächen zur Verfügung standen.

Einsicht in Gutachten und Genehmigungen beantragt

Der BUND Naturschutz hat daher inzwischen bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Augsburg formell Einsicht in die einschlägigen Unterlagen nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) beantragt.

Über den weiteren Verlauf und die Ergebnisse dieser Einsicht werden wir hier informieren.

Kontakt

Dr. Dietmar Kuhlmann
Mitglied des Vorstands der Kreisgruppe Augsburg
dietmar.kuhlmann@bund-naturschutz.de